Nachbericht zur Saisoneröffnungsveranstaltung der Schiedsrichter

71 Schiedsrichter aus unserem Fußballkreis und somit 15 mehr als im letzten Jahr nahmen die Einladung zur Saisoneröffnungsveranstaltung am vergangen Freitag, den 25.08.17 in Wittstock (Dosse) wahr. Schiedsrichterobmann Robert Graeske konnte damit in etwa die Hälfte aller gemeldeten Schiedsrichter im „Alten Aldi“ begrüßen.

Die Veranstaltung wurde zunächst mit der Auszeichnung der anwesenden Schiedsrichter des Jahres 2017 eröffnet. Hier einigte sich der Schiedsrichterausschuss auf Andreas Lange (Pankower SV) sowie Chris Scheurell (Blau-Weiß Wusterhausen) als Nachwuchs-Schiedsrichter und Dietmar Rose (SV Quitzöbel 1960) in der Kategorie Ü50-Schiedsrichter des Jahres. Jeden von Ihnen beglückwünschen wir ganz herzlich zu dieser Auszeichnung, die über Kriterien wie Zuverlässigkeit, Engagement, Einsatzbereitschaft, Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen und natürlich den Leistungen bei Spielleitungen bestimmt wird.

Selbsterklärend gehört zu der Saisoneröffnungsveranstaltung auch die Bekanntgabe der Einstufungen für die neue Spielzeit. Bevor die anwesenden überregional eingestuften Schiedsrichter mit ihren Urkunden ausgezeichnet wurden, standen die Kreisoberliga-Schiedsrichter im Fokus. Neu in dieser Spielklasse sind Leon Kramp (SV Eiche 05 Weisen), Torsten Pache (SV Groß Buchholz 85) und André Ballast (SV Union Neuruppin). Leider konnten bisher nur 8 der 15 vorläufig benannten Schiedsrichter ihre Einstufung durch die erfolgreiche Teilnahme am Leistungstest bestätigen. Für die säumigen Kollegen bietet sich am Freitag, den 22.09. um 18:30 Uhr in Kyritz nochmal die Möglichkeit den Leistungsnachweis abzulegen. Natürlich sind auch weiterhin alle Kreisliga- und Nachwuchs-Schiedsrichter aufgefordert und eingeladen sich in lockerer Atmosphäre den Theorie- und Sporttest zu stellen um ggf. Aufstiegschancen wahrzunehmen.

Nach den umfangreichen Regeländerungen zum Beginn der hinter uns liegenden Spielzeit, gab es auch in diesem Jahr erneute Anpassungen, Klarstellungen oder gar Änderungen, welche seit dem 01.07.2017 ihre Gültigkeit besitzen. Lehrwart Michael Path nutzte die vom DFB bereitgestellten Unterlagen und vermittelte den anwesenden Kolleginnen und Kollegen die neuen Inhalte.

Am ehesten praxisrelevant ist hier wohl die Strafmilderung bei dem Vereiteln einer klaren Torchance im Strafraum („Doppelbestrafung“): Ein Spieler, der einen „aussichtsreichen Angriff“ im Strafraum verhindert, wird nicht verwarnt, wenn das Vergehen bei dem Versuch begangen wurde, den Ball zu spielen.
Aber auch in den Regeln 3 (Spieler), 12 (Fouls und unsportliches Betragen), 14 (Strafstoß) oder 16 (Abstoß) gab es zu besprechende Neuerungen. An dieser Stelle sei nochmals betont, dass die Regelsicherheit die Grundlage für unser Hobby darstellt. Für jeden Spielleiter sollte es selbstverständlich sein sich mit dem Regelwerk und den zu beantwortenden Regelfragen auseinanderzusetzen, um auch in kniffligen Situationen souverän und sicher entscheiden zu können.

Abgerundet wurde der theoretische Regelteil mit den jüngsten Anpassungen im Meisterschaftsbetrieb der 1. und 2. Kreisklasse. Hier ist ab sofort das „Rückwechseln“ erlaubt. Bei weiterhin 3 erlaubten Einwechselungen können nun die bis zu drei ausgewechselten Spieler in einer Spielruhe erneut „Rückwechseln“ und am Spiel teilnehmen.

Großen Applaus am besagten Abend erntete Richard Breitkreuz, welcher sich nicht scheute den Weg von Rhinow nach Wittstock auf sich zu nehmen um Danke zu sagen – Danke für die Unterstützung und die Gastfreundschaft über viele Jahre im Namen von allen vier Schiedsrichtern, die mit dem SV Rhinow/Großderschau den Fußballkreis wechselten und nun im Havelland den Spielbetrieb sichern.
Vielen Dank für Eure jahrelange Einsatzbereitschaft, Richard! Wir wünschen Euch viel Erfolg im Nachbarkreis!

Abgeschlossen wurde der Abend mit dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges & Diskussion“, mit welchem viele Wortmeldungen einhergingen. Über das Engagement im Hausregeltraining, individuelle Ansetzungsproblematiken oder die Sinnhaftigkeit von Strafen aufgrund von Abstinenz zu allen Lehrveranstaltungen wurde sichtlich kontrovers diskutiert. Es bleibt nicht zuletzt die Erkenntnis, dass wir näher zusammenrücken müssen. „Man könne nicht nicht nur Nehmen, sondern muss auch das ein oder andere Mal Geben“ merkte Obmann Robert Graeske an. Gemeint ist die Teilnehme an Lehrabenden, Hausregeltrainings und nicht zuletzt Leistungstests. „Jeder möchte am Wochenende attraktive Spiele leiten. Im Gegenzug dazu dürfe man sich nicht zu schade sein, unentgeltlich Präsenz bei den zuvor aufgeführten Veranstaltungen zu zeigen.“ so Graeske.

Im Ausschuss und unter einigen Schiedsrichtern zeigte man sich im Anschluss der Veranstaltung zudem teils enttäuscht angesichts der mangelnden Disziplin einiger weniger Schiedsrichter. Ein Kollege merkte sinngemäß an: „Wir wollen auf den Plätzen für Ordnung sorgen aber hier schaffen wir es nicht für zwei Stunden diszipliniert zu arbeiten“. Ich kann ihm nur beipflichten.
Für die Zukunft können und müssen wir alle durch bessere Kommunikation und Zusammenarbeit dazu beitragen, das Schiedsrichterwesen in unserem Flächenland zu stärken.

Auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit in der Spielzeit 2017/2018!

Sebastian Werner
im Namen des Schiedsrichterausschusses FK Prignitz/Ruppin

Andreas Lange (Pankower SV) ist Schiedsrichter des Jahres 2017
Dietmar Rose (SV Quitzöbel 1960) wurde zum Ü50-Schiedsrichter des Jahres 2017 gekürt
Die anwesenden Kreisoberliga-Schiedsrichter